Paul Schneider – Der Prediger von Buchenwald | Segensspuren

- 17.08.2025 - 

9. Sonntag nach Trinitatis

Gottesdienst der Sommerkirche-Reihe „Segensspuren“ mit einer Predigt von Ingrid Wagner über Paul Schneider. Anhand seiner Lebensgeschichte stehen Wahrheit, Gewissen, Glauben und der Widerstand gegen die Gleichschaltung der Kirche im Nationalsozialismus im Mittelpunkt.

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Was gibt Menschen die Kraft, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?
 
In diesem Gottesdienst der Sommerkirche-Reihe „Segensspuren“ steht die Lebensgeschichte von Paul Schneider (1897–1939) im Mittelpunkt. Prädikantin Ingrid Wagner zeichnet seinen Weg vom Pfarrersohn über den Widerstand gegen die Gleichschaltung der Kirche bis zu seiner Haft und seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald nach.
 
Psalm: Psalm 1 (EG 701)
 
Predigt: Paul Schneider – Der Prediger von Buchenwald
Matthäus 22,37–39
 
Lieder:
• EG 452: Er weckt mich alle Morgen (CCLI 4346188)
• EG 353: Jesus nimmt die Sünder an (CCLI 5573637)
• SgidH 84: Ich kann nicht schweigen (CCLI 4336521)
• SgidH 76: Herr, im Glanz deiner Majestät (CCLI 4324997)
• SgidH 38: Anker in der Zeit (Es gibt bedingungslose Liebe) (CCLI 4326005)
• EG 641: Weiß ich den Weg auch nicht (CCLI 5973691)
CCLI-Liedlizenz: 5100265
 

Predigt zu: Paul Schneider – Treu zur Wahrheit | Der Prediger von Buchenwald

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(17. August 2025, Ingrid Wagner, Ev. Kirchengemeinde Steinen)
 
Liebe Gemeinde, wer war Paul Schneider?
 
Ein Pfarrersohn, geboren am 29. August 1897 in Pferdsfeld bei Bad Kreuznach. Später ließ sich sein Vater ins hessische Hochelheim versetzen.
Als Konfirmationsspruch wird ihm vom Vater Johannes 18, Vers 37 zugesprochen:
Christus spricht: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“
Niemand hätte geahnt, wie wirklich dieser Zuspruch einmal in seinem Leben werden würde, am allerwenigsten er selbst.
 
1915 macht Paul Abitur und kämpft als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg. Paul hat ein sehr feines Gewissen und sieht sich immer der Wahrheit verpflichtet. Sehr lange geht ihm die Geschichte mit einem Mädchen nach, das er auf dem Heimweg vom Krieg kennenlernt. Sie gefällt ihm und er ihr wohl auch. Zum Abschied gibt er ihr spontan einen Kuss. Doch nun plagt Paul sein Gewissen. Heißt nicht ein Mädchen küssen: Ich liebe dich? Und sagt man: Ich liebe dich, dann heißt es doch: Ich will dich heiraten. Alles andere ist aus Pauls Sicht verlogen. Deshalb reist er noch einmal zu ihr, um etwaige Missverständnisse auszuräumen.

Studium, Gretel und die Berufung

Geprägt durch einen früheren Religionslehrer entscheidet sich Paul ganz bewusst für ein Studium der liberalen Theologie. So kommt er 1920 für ein Semester nach Tübingen. Wohnungen sind knapp und so wird er im Weilheimer Pfarrhaus aufgenommen. Seine Fröhlichkeit und sein Charme tun der ganzen Familie gut. Paul erinnert die Familie ein wenig an den gefallenen Sohn und Bruder.
Wie selbstverständlich begleitet Paul die jüngste Tochter Gretel jeden Morgen in die Stadt. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander. Dass sie sich schließlich verlieben, überrascht niemand. Doch Paul sagt zu der erst sechzehnjährigen Gretel: „Es ist noch zu früh.“
 
Paul legt sein theologisches Examen ab, geht danach aber nicht ins Vikariat. Er will Arbeiter unter Arbeitern sein, um sie verstehen zu lernen. Deshalb arbeitet er ein Vierteljahr am Hochofen bei Dortmund. Der Gedanke, predigen zu sollen, setzt ihm zu. Er hilft seinem Vater in Hochelheim im Amt und unterstützt ihn auch bei der Bewirtschaftung des Pfarrlandes. Damals gehörte eine Landwirtschaft noch selbstverständlich zu einem Pfarrhaushalt.
 
Paul hält brieflichen Kontakt zum Weilheimer Pfarrhaus, doch nach Gretel fragt er kaum. Eine Tante merkt, dass Gretel anderweitig umworben wird. Sie schreibt ihm: „Wenn dir noch etwas an Gretel liegt, dann komm.“ Eilig fährt Paul zu ihr und verlobt sich am 17. Oktober 1922 mit ihr.
 
Danach erhält er einen Platz im Predigerseminar in Soest in Westfalen. Dort erlebt er eine Glaubenskrise und entfernt sich zunehmend von der liberalen Theologie. Er spricht stattdessen von einer kirchlichen Theologie.
Nach dem Zweiten Staatsexamen geht er nach Berlin und arbeitet in der Stadtmission mit. Die freie Missionsarbeit und der praktische Dienst an den Menschen sprechen ihn an. Hier fühlt er sich wohl. Der damalige Leiter der Stadtmission, Erich Schnepel, berichtet später: „In keiner Weise hat Paul Schneider erkennen lassen, dass er das Zeug zum Prediger hat.“
Doch hier erlebt Paul Menschen, die Jesus als die lebendige Kraft ihres Lebens bezeugen. Menschen, die davon reden, dass Jesus sie von der Gewalt der Sünde frei gemacht hat.
 
Weihnachten 1923 schreibt er an seine Schwiegereltern sinngemäß: Nun will ich mein Leben ganz Jesus hingeben, und Gretel will mir auf diesem Weg folgen. So wird es schon recht werden. Die schönste Freude ist mir, dass Gretel mich versteht.
Offenbar hat Paul mit Gretel auch über seine Zweifel am Pfarrberuf gesprochen. Doch dann kommt alles anders.

Pfarrer in Hochelheim

Während eines Sommerurlaubs erkennt Paul, wie sehr sein Vater Hilfe braucht. Er bleibt vier Monate als dessen persönlicher Vikar. Ende Januar 1925 tritt er eine Hilfspredigerstelle in Essen-Altstadt an. Schwer fällt es ihm, sich in den kirchlichen Großstadtbetrieb einzufügen. Sein Amt bedrückt ihn erneut. Wieder denkt er ans Aufhören.
 
Beim Predigen macht er schwere Erfahrungen. Einige junge Männer verlassen gleich zu Beginn der Predigt die Kirche. Paul sucht die Schuld bei sich selbst. Er kommt sich unwahrhaftig vor und vertraut seinem Tagebuch an: „Das Glaubensgut der Kirche ist nicht mein Glaubensgut. Die Freudigkeit beim Predigtmachen und Predigthalten ist mir nach und nach verloren gegangen.“
 
Doch wenig später schreibt er auch: „Es ist mir doch seither so gewesen, als ob Gott mich im Pfarramt bestätigen wolle. Er ließ mich meine beiden letzten Predigten ganz leidlich gelingen.“
 
Als Pauls Vater 1926 während einer Predigt zusammenbricht und stirbt, geht alles sehr schnell. Der Sohn wird vom Kirchenvorstand zum Nachfolger berufen. Im August heiratet er nach vierjähriger Brautzeit seine Gretel. Sie ziehen ins Pfarrhaus nach Hochelheim, das für die nächsten Jahre ihr Zuhause wird.
 
Gretel unterstützt den von Zweifeln und theologischen Fragen aufgeriebenen Paul durch ihre natürliche Unbefangenheit und ihre standhafte Liebe. Dem jungen Paar werden sechs Kinder geboren, fünf Jungen und ein Mädchen.
 
Schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht sich Paul Schneider bei einigen Hochelheimern unbeliebt. Seine strengen moralischen Vorstellungen, seine klaren Worte gegen übermäßigen Alkoholkonsum und gegen Unsittlichkeit stoßen nicht überall auf Zustimmung.
 
Große Mühe bereitet ihm auch die dortige Abendmahlssitte. Jede Altersgruppe geht zweimal im Jahr geschlossen zum Abendmahl. Besonders die Abendmahlsfeiern der jüngeren Leute werden ihm mehr und mehr zur Last. Man stelle sich 150 bis 200 junge Menschen vor, teilweise mit den Händen in den Hosentaschen, ohne Respekt und Achtung vor diesem Mahl. Ältere Pfarrkollegen raten ihm, diese Sonntage als missionarische Gelegenheit zu sehen. Doch Paul ist gerade an diesen Tagen gehemmt. Trägt er als Seelsorger nicht Verantwortung, wenn viele mit gleichgültigem Herzen zum Abendmahl kommen?

Nationalsozialismus und Deutsche Christen

Nun gewinnt der Nationalsozialismus immer mehr Einfluss. 1932 wird die Glaubensbewegung Deutsche Christen gegründet. Ziel ist unter anderem die Schaffung einer nach dem Führerprinzip strukturierten Reichskirche.
 
Auch Paul Schneider tritt zunächst wie viele seiner Pfarrkollegen ein. Vielleicht beeindruckt ihn der volksmissionarische Eifer. Viele durchschauen die unbiblischen Irrtümer dieser Bewegung anfangs nicht. Sie wollen einfach dazu beitragen, dass die Kirche Jesu Christi ihren Auftrag wahrnimmt und das Evangelium den Menschen des deutschen Volkes nahebringt.
 
Als Hitler am 30. Januar 1933 Reichskanzler wird, begrüßen viele Protestanten dies als eine Art von Gott gesandte Erlösung. Doch auf einer Singwoche im Sommer 1933 erkennt Paul Schneider durch Freunde die wahren Hintergründe dieser Bewegung. Er bekennt auf der Kanzel seinen Irrtum und erklärt öffentlich seinen Austritt.
 
Als er im Herbst 1933 öffentlich gegen einen Artikel von SA-Führer Ernst Röhm protestiert, der Christen als Spießer, Mucker und Sittlichkeitsapostel bezeichnet, beginnen die eigentlichen Schwierigkeiten. Paul und Gretel geraten unter Druck. Er wird immer wieder zur Kreisleitung der NSDAP zitiert, mit Suspendierung bedroht und zeitweise sogar vom Dienst ausgeschlossen.
 
Paul zeigt sich unbeirrt und setzt sich intensiv mit den Irrlehren der Deutschen Christen auseinander. Innerhalb der evangelischen Kirche formiert sich nun Widerstand. 1934 wird die Bekennende Kirche gegründet. Sie wehrt sich gegen die Gleichschaltung und verteidigt die christliche Lehre gegen die nationalsozialistische Ideologie. Als bekannte Mitglieder nennt die Predigt Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller.
 
Als Paul Schneider öffentlich einen Aufsatz des Reichspropagandaleiters Joseph Goebbels kritisiert, wird er auf Wunsch des Kirchenvorstandes in den Hunsrück versetzt, nach Dickenschied mit der Filiale Womrath. Dort wird er freundlich empfangen. Die Ältesten stehen hinter ihm. Insgesamt scheinen die Voraussetzungen gut zu sein.
 
Gretel vermisst ihren Frauenkreis in Hochelheim. Dennoch weiß sie, dass es für ihren Mann lebenswichtig ist, das zu vertreten, was er als Wahrheit erkannt hat.

Konflikte, Verhaftungen und Widerstand

Kaum vier Wochen im Amt kommt es bei der Beerdigung eines Hitlerjungen im Nachbarort zu einem Zusammenstoß. In mehreren Ansprachen wurde bereits das Schicksal an die Stelle des lebendigen Gottes gesetzt. Schließlich versetzt der Kreisleiter den Verstorbenen frisch-fröhlich in den himmlischen Sturm Horst Wessels.
 
Paul Schneider berichtet später, er habe den Segen noch nicht gesprochen und könne den Verstorbenen nicht einfach in einen Horst-Wessel-Sturm einsegnen. Deshalb sagt er: „Ich weiß nicht, ob es in der Ewigkeit einen Sturm Horst Wessels gibt. Aber Gott der Herr segne deinen Ausgang aus der Zeit und deinen Eingang in die Ewigkeit.“
 
Der Kreisleiter fühlt sich angegriffen und nimmt erneut das Wort. Darauf protestiert Paul Schneider öffentlich. Es handele sich um eine kirchliche Feier, und er sei als Pfarrer für die reine Lehre der Heiligen Schrift verantwortlich.
 
Wegen Erregung der Volksseele wird er eine Woche in Schutzhaft genommen. Der Druck nimmt weiter zu. Wieder und wieder findet er Unterstützung bei Pfarrern der Bekennenden Kirche und auch bei Verantwortlichen seiner Gemeinde.
Er verliest trotz Verbots ein Kanzelwort gegen die Rassenideologie. Wieder folgt Schutzhaft. Der örtliche NSDAP-Funktionär überwacht ihn und meldet jede regimekritische Äußerung. Es gibt zahlreiche Anzeigen.
 
Als Paul und Gretel Schneider 1936 nicht zur Reichstagswahl gehen, wird ihr Haus mit roter Farbe beschmiert: „Er hat nicht gewählt. Vaterland, Volk, was sagst du dazu?“
 
Auch an den Schulen verändert sich vieles. Neue Gebete ohne christlichen Inhalt werden eingeführt. Biblische Geschichten werden im Sinne nationalsozialistischer Vorstellungen umgedeutet. Paul wehrt sich gegen diese Entwicklungen. Dazu kommt der Lebenswandel eines Lehrers, den er kritisch sieht. Seelsorgerliche Gespräche führen wiederum zu Anzeigen gegen ihn.
Schließlich wird Paul verhaftet. Nach einer Haft im Gestapogefängnis Koblenz wird er aus dem Rheinland ausgewiesen und in Wiesbaden freigelassen. Doch Ausweisung bedeutet Predigtverbot. Für Paul ist das nicht hinnehmbar. Er erklärt: In kirchlichen Dingen nehme ich keinen Befehl der Gestapo entgegen.
 
Er kehrt auf die Kanzel zurück. Gretel ist entsetzt über diese Entscheidung. Ein Freund veranlasst eine Erholungszeit in Baden-Baden. Anschließend übernimmt Paul eine Vertretung in Eschbach.

KZ Buchenwald

Die Gemeinden im Hunsrück bitten ihn zurückzukommen. 1937 hält er in Dickenschied den Erntedankgottesdienst. Das bringt ihm die erneute Verhaftung und schließlich die Einweisung in das Konzentrationslager Buchenwald ein.
Gretel sieht ihren geliebten Mann danach lebend nie wieder. Briefkontakt bleibt zunächst möglich, doch über die Vorgänge im Lager darf Paul nichts schreiben. Alle Bemühungen um seine Freilassung scheitern.
 
Im Lager wird ihm die Bibel weggenommen. Vorteilhaft ist nun, dass er viele Bibelstellen auswendig gelernt hat. Im ersten Vierteljahr arbeitet er im Steinbruch. Er muss schwere, mit Steinen beladene Wagen den Hang hinaufschieben.
Jeden Freitag fastet er, um seinen Kameraden etwas von seinem Essen abgeben zu können. Seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft fallen den anderen Häftlingen auf.
 
Einmal rettet er einem Neuankömmling das Leben. Ein Aufseher reißt diesem die Mütze vom Kopf und wirft sie weg. Instinktiv will der Mann hinterherlaufen. Paul flüstert: „Bleib da, sonst wärst du erschossen.“
An Hitlers Geburtstag, dem 20. April 1938, weigert sich Paul Schneider, vor der Hakenkreuzfahne die Mütze abzunehmen. Für ihn wäre das Götzendienst. Deshalb kommt er in den Arrestbunker.

Zeugnis im Arrestbunker

Fünfzehn Monate lang ist er dort schweren Misshandlungen ausgeliefert. Die Predigt nennt Schläge, Dunkelhaft, Aufhängen am Fensterkreuz und Essensentzug. Trotzdem ruft Schneider morgens und abends Bibelworte aus seinem vergitterten Fenster.
Als zwei geflohene Häftlinge nach ihrer Gefangennahme ermordet werden, ruft er: „Im Namen Jesu Christi bezeuge ich den Mord an den Häftlingen.“ Weitere Worte werden durch Schläge erstickt.
 
Ein ehemaliger Zellengenosse bittet ihn, an Frau und Kinder zu denken. Paul antwortet nur: „Ich weiß, warum ich hier bin.“
Täglich hält er Andachten für die Häftlinge. Auch als Mitgefangene ihm raten, sein lautes Beten zu unterlassen, antwortet er: „Ich kann nicht anders. Ich muss den Gemarterten und Misshandelten Trost zusprechen.“
 
Einmal berichtet ihm ein Lagerführer, seine Frau und sein jüngstes Kind seien tödlich verunglückt. Nach kurzer Pause antwortet Paul: „Gewiss geht mir das zu Herzen, aber noch weit mehr bedrückt mich die furchtbare Behandlung der Häftlinge durch sie.“
 
Ein Gefangener erzählt später, er habe Selbstmord begehen wollen. Da hört er Schneiders Stimme über den Lautsprecher: „Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Der Häftling sagt später: Pastor Schneider hat mich durch diesen Ruf gerettet.
 
Paul Schneider kann schließlich nur noch rufen. Aber er gibt sein Zeugnis, seinen geschundenen Leib und sein Leben hin, damit Menschen den Heiland sehen und erkennen.

Tod und Vermächtnis

Am 13. Juli 1939 wird sein erschreckender Gesundheitszustand festgestellt. Jeder wundert sich, dass er überhaupt noch lebt. Fünf Tage später ist er tot.
In der offiziellen Krankengeschichte wird von Herzschwäche gesprochen. Doch nach einer inoffiziellen Obduktion geht man davon aus, dass er an einer Überdosis Herzmittel starb.
 
Sein Leichnam wird hergerichtet, damit sein tatsächlicher Zustand nicht erkannt werden kann. Gretel darf ihn noch einmal sehen. Die Lagerleitung heuchelt Anteilnahme. Danach wird der Sarg fünffach versiegelt.
Erstaunlicherweise darf der Leichnam zur Beerdigung nach Dickenschied überführt werden. Bis zu zweihundert Pfarrer im Talar und viele weitere Menschen nehmen daran teil.
 
In der Trauerrede heißt es: „Durch den Herrn wusste er sich an euch, an seine ihm anvertrauten Gemeinden, gebunden. Daran änderte auch die Ausweisung aus dem Rheinland nichts, auch wenn es für ihn letztlich den Tod bedeutete.“
Und über seinem Leben steht der Satz: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
 
Amen.