Corrie ten Boom: Wie vergibt man einem KZ-Wärter? | Segensspuren 2.0

- 30.08.2026 - 

13. Sonntag nach Trinitatis

Corrie ten Boom rettete während der deutschen Besatzung der Niederlande zahlreiche Juden vor der Deportation. Nach ihrer Verhaftung überlebte sie das Konzentrationslager Ravensbrück und wurde später weltweit zu einer Botschafterin der Vergebung.

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In dieser Predigt der Reihe "Segensspuren" erzählt Prädikant Ernst Volz die bewegende Geschichte einer Frau, die nach dem Krieg einem ehemaligen KZ-Wärter gegenüberstand und vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens gestellt wurde.

Predigt zu: „Corrie ten Boom - mit Gott durch dick und dünn“

(30. August 2026, Prädikant Ernst Volz, Evangelische Kirche Steinen)
 
Ja, ich habe heute wieder etwas mitgebracht. Sie kennen dieses Prozedere schon: Entweder bringe ich einen Gegenstand mit oder ich stelle am Anfang eine Frage. Heute habe ich beides dabei.
Vielleicht haben Sie das Schild schon gesehen. Darauf steht:„Fischen verboten“, und für unsere internationalen Gäste auch noch auf Englisch.
 
Außerdem habe ich einen kleinen Gummiball mitgebracht. Wissen Sie, wie man ihn nennt? Genau: einen Flummi. Weshalb ich ihn dabeihabe, werden Sie im Laufe der Predigt noch sehen.
 
Und dann habe ich noch eine Boje mitgebracht. Nein, ich bin nicht in einen Ruderclub eingetreten. Auch ihre Bedeutung werde ich später erklären.
 
Heute geht es um eine der bemerkenswertesten und tapfersten Frauen der jüngeren Geschichte des Christentums. Kaum ein anderes Schicksal hat mich so beeindruckt wie das ihre und das ihrer Familie. Es geht um Corrie ten Boom.

Das Leben von Corrie ten Boom

Corrie ten Boom war Niederländerin. Sie wurde 1892 geboren und wuchs in Haarlem in einer Großfamilie auf. Ihr Vater betrieb dort ein Uhrmachergeschäft, in dem man Uhren kaufen und reparieren lassen konnte. Corrie erlernte selbst den Beruf der Uhrmacherin und absolvierte einen Teil ihrer Ausbildung ganz in unserer Nähe, in Basel.
 
Corrie hatte zwei Schwestern und einen Bruder. Außerdem lebten drei Tanten im Haushalt der Familie. Ihre Eltern und Tanten waren tiefgläubige, engagierte Mitglieder der Niederländisch-reformierten Kirche.
 
Die Tür ihres Hauses stand für jedermann offen. Die Familie war mit vielen jüdischen Menschen befreundet. Bereits in den 1920er-Jahren nahm sie Pflegekinder und Jugendliche bei sich auf.
 
Dann kam der Zweite Weltkrieg. Deutsche Soldaten besetzten die Niederlande und begannen, jüdische Menschen zu verfolgen und in Konzentrationslager zu deportieren.
 
Das Uhrmachergeschäft der Familie ten Boom wurde nun zu einer Zuflucht für jüdische Menschen und Angehörige des Widerstands. In einem geheimen Versteck hinter der Wand von Corries Zimmer konnten Schutzsuchende verborgen werden, bis sie an andere sichere Orte gebracht wurden. Auf diese Weise retteten die Familie und ein Netz von Helfern vielen Menschen das Leben.
Doch im Jahr 1944 wurden sie verraten. Ein Mann hatte sich das Vertrauen der Familie mit einer erfundenen Geschichte erschlichen. In Wahrheit war er ein Spitzel.
 
Corrie und zahlreiche Mitglieder ihrer Familie wurden verhaftet. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Betsie kam Corrie schließlich in das Konzentrationslager Ravensbrück. Betsie starb dort. Corrie überlebte wie durch ein Wunder.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war Corrie 53 Jahre alt. Neben ihrer Schwester waren auch ihr geliebter Vater und ihr Neffe in der Gefangenschaft ums Leben gekommen. Ihr Bruder Willem starb kurz nach dem Krieg an den Folgen seiner Haft.
Trotz ihrer traumatischen Erlebnisse im Konzentrationslager und trotz der schmerzlichen Verluste hatte Corrie ten Boom ihren Glauben an Gott nicht verloren. Im Gegenteil: Nach dem Krieg sprach sie öffentlich über Gottes Liebe und Vergebung. Und sie tat dies mit großer Hingabe, Demut und Liebe.
 
Über drei Jahrzehnte hinweg bereiste sie zahlreiche Länder. Nach einem so bewegten Leben hätte niemand etwas dagegen gehabt, wenn sie sich im Rentenalter zurückgezogen hätte. Doch gerade in ihrem Leben wurde eine besondere Wahrheit sichtbar:
Der Heilige Geist geht niemals in den Ruhestand und wird niemals alt.
 
Manchmal gelangte Corrie müde und erschöpft an den Ort, an dem sie sprechen sollte. Doch sobald sie zu reden begann, bezeugte sie voller Kraft Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung. Sie wurde dabei von Gottes Geist und von der Kraft seiner Liebe getragen.
 
In den letzten sieben Jahren ihres Lebens erlitt sie mehrere Gehirnblutungen und verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Bett. Menschen, die sie zum ersten Mal besuchten, gingen oft schweren Herzens zu ihr. Obwohl Corrie schließlich nicht mehr sprechen konnte, zeugten ihre Augen und Gesten weiterhin von Gottes Liebe.
 
Die Besuche beendete sie gewöhnlich mit einem Gebet, von dem nur noch das Amen deutlich zu hören war. Und die Menschen, die gekommen waren, um sie zu trösten, gingen häufig selbst getröstet nach Hause.
 
Corrie ten Boom starb 1983 an ihrem 91. Geburtstag in Kalifornien.
 
Bis heute wird durch ihre Bücher, Filme und Berichte von Gottes Größe und Barmherzigkeit erzählt. Auch ihr früheres Wohnhaus in Haarlem, in dem sich das Versteck befand, kann heute besichtigt werden.
 
Corrie verwies immer wieder auf die Zusage aus dem ersten Johannesbrief:
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
(vgl. 1. Johannes 1,9)
 

„Fischen verboten“

Es gibt sehr viele Geschichten über Corries Wirken. Viele davon hat sie in ihren Büchern festgehalten. Es gibt biografische Werke über die Zeit vor und nach 1945, aber auch Andachtsbücher. Wer Corrie ten Boom noch nicht kennt, dem kann ich die Lektüre sehr empfehlen.
 
Eine ihrer Geschichten hat mich besonders bewegt. Sie berichtet darin von einer Begegnung, die sie nach dem Krieg in Deutschland hatte.
 
Corrie hatte in einer Kirche über Vergebung gesprochen. Um den Menschen Gottes Vergebung anschaulich zu erklären, gebrauchte sie ein Bild: Wenn wir unsere Sünden bekennen, wirft Gott sie in die Tiefe des Meeres, dorthin, wo es am tiefsten ist.
Und obwohl sie dafür keinen wörtlichen Beleg in der Bibel finden konnte, stellte sie sich vor, Gott würde an dieser Stelle eine Boje aufstellen. Darauf stünde:
Fischen verboten!
 
Was Gott vergeben hat, soll nicht immer wieder hervorgeholt werden. Gott selbst fischt nicht mehr nach unserer vergebenen Schuld. Und auch wir sollen es nicht tun.
 
Als Corrie damals ihre Predigt beendet hatte, verließen die Menschen schweigend den Raum. Es war das Jahr 1947. Die Erfahrungen des Krieges waren noch frisch. Auf den Gesichtern lag großer Ernst.
 
Dann bemerkte Corrie einen Mann, der sich gegen den Strom der hinausgehenden Menschen auf sie zubewegte. Er trug einen grauen Mantel und hielt einen braunen Hut in den Händen.
 
Im selben Augenblick kehrten die Bilder der Vergangenheit zurück. Vor ihrem inneren Auge sah sie nicht mehr den grauen Mantel, sondern eine Uniform. Sie erinnerte sich an einen Raum mit grellem Licht. Sie erinnerte sich an die Erniedrigung, nackt an den Wachleuten vorbeigehen zu müssen. Und sie sah wieder ihre gebrechliche Schwester Betsie vor sich, deren Rippen sich unter ihrer dünnen Haut abzeichneten.
 
Corrie erkannte den Mann. Er war einer der Wärter in Ravensbrück gewesen.
 
Nun stand er vor ihr und reichte ihr die Hand. Er sagte, ihre Botschaft habe ihn bewegt. Es sei gut zu wissen, dass die Sünden, wie sie es beschrieben habe, auf dem Grund des Meeres lägen.
 
Der Mann erinnerte sich offenbar nicht an Corrie. Doch sie erinnerte sich sehr wohl an ihn. Sie erinnerte sich auch an die Lederpeitsche, die damals an seinem Gürtel gehangen hatte.
 
Dann sagte der Mann, er sei Wärter in Ravensbrück gewesen. Inzwischen sei er Christ geworden. Er glaube, dass Gott ihm seine Schuld vergeben habe. Aber nun wolle er es auch aus ihrem Mund hören.
 
Er streckte Corrie seine Hand entgegen und fragte:
„Können Sie mir vergeben?“

Vergebung ist ein Akt des Willens

Da stand Corrie ten Boom. Eine Frau, der selbst immer wieder vergeben worden war. Eine Frau, die anderen die Vergebung Gottes verkündigte. Und sie stellte fest: Sie konnte diesem Mann nicht vergeben.
 
Ihre Schwester Betsie war in Ravensbrück gestorben. Konnte eine einfache Bitte ihren langen und qualvollen Tod ungeschehen machen?
 
Wahrscheinlich vergingen nur wenige Sekunden. Für Corrie aber fühlten sie sich wie Stunden an. Sie wusste, dass sie nun vor einer der schwierigsten Entscheidungen ihres Lebens stand.
 
Sie wusste ebenso: Die Botschaft der Vergebung verlangt von uns, dass wir bereit sind, auch denen zu vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Jesus sagt, dass wir anderen ihre Verfehlungen vergeben sollen (vgl. Matthäus 6,14–15).
 
Corrie kannte diese Worte nicht nur als ein Gebot Gottes. Sie hatte nach dem Krieg in den Niederlanden ein Heim für Opfer der nationalsozialistischen Gewalt aufgebaut. Dort beobachtete sie, dass Menschen, die ihren früheren Feinden vergeben konnten, eher in der Lage waren, ihr Leben neu aufzubauen. Wer dagegen dauerhaft in der Bitterkeit gefangen blieb, wurde oftmals auch innerlich von der Vergangenheit festgehalten.
 
Nun stand Corrie selbst vor diesem Mann und spürte nur Kälte in ihrem Herzen.
 
Doch dann erinnerte sie sich:
Vergebung ist ein Akt des Willens. Der Wille kann handeln, unabhängig von der Temperatur des Herzens.
 
Leise betete sie:
„Jesus, hilf mir. Ich kann meine Hand heben. So viel kann ich tun. Das Gefühl musst du schenken.“
 
Mit einer beinahe mechanischen Bewegung legte sie ihre Hand in die Hand des Mannes.
 
In diesem Augenblick, so berichtet Corrie, geschah etwas, das sie kaum beschreiben konnte. Sie spürte eine Wärme, die von ihrer Schulter durch den Arm bis in ihre Hand wanderte und schließlich ihr ganzes Sein erfüllte.
 
Mit Tränen in den Augen sagte sie zu ihm:
„Ich vergebe dir, Bruder. Von ganzem Herzen.“
 
Einen langen Moment hielten beide einander die Hand: der frühere Wärter und die frühere Gefangene.
Corrie schrieb später, sie habe Gottes Liebe niemals zuvor so intensiv erfahren wie in diesem Augenblick.
 
Mich berührt diese Geschichte jedes Mal aufs Neue. Was für ein Glaube, der zu solcher Vergebung fähig ist!
 
Könnte ich selbst vergeben, wenn ich erlebt hätte, was Corrie ten Boom erlebt hat?
 
Meine Antwort ist eindeutig: Nein, aus eigener Kraft könnte ich es nicht. Aber Gott kann es in mir.
 
Gott will uns immer wieder neue Kraft schenken, zu vergeben, zu verzeihen und zu lieben. Es ist seine Kraft, nicht unsere. Es ist seine Liebe, nicht unsere.
 
Wenn ich ihm mein ganzes Leben überlasse, meine Gefühle, meine Wut und meine Verletzungen, dann kann er Wunder tun. Dann wird erkennbar, dass die Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst (vgl. 2. Korinther 4,7 und Epheser 3,20).
 
Ehrlich gesagt empfinde ich meine eigenen Versuche, den Glauben konsequent zu leben, manchmal als ziemlich jämmerlich. Doch das ist letztlich kein Wunder. Gott hat nie verlangt, dass ich alles aus eigener Kraft vollbringe. Er selbst möchte in mir und durch mich wirken.
 
Er will dort lieben und vergeben, wo meine eigenen Kräfte am Ende sind. Manchmal muss ich ihn einfach machen lassen. Eigentlich gilt das nicht nur manchmal, sondern immer.
 

Nicht unsere Fähigkeit, sondern unsere Verfügbarkeit

Vergebung ist für uns Menschen eine besondere Herausforderung.
 
Corrie verglich ihr Leben einmal mit dem Leben Josefs im Alten Testament. Nach Jahren des Leidens und der Unterdrückung sagte Josef zu seinen Brüdern, die ihn einst verkauft hatten:
Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet.
(vgl. 1. Mose 50,20)
 
Die Nationalsozialisten, die Wachleute und der Verräter hatten auch in Corries Leben Böses im Sinn. Doch Gott ließ das Böse nicht das letzte Wort behalten. Durch Corries Zeugnis lernten viele Menschen Gottes Liebe und Vergebung kennen.
Corrie selbst sagte sinngemäß:
„Ich bin nichts Besonderes. Aber ich habe einen ganz besonderen Gott.“
 
Vielleicht denken auch wir manchmal: Ich bin nichts Besonderes. Uns fallen viele Gründe ein, weshalb wir für Gottes Reich nicht geeignet oder vielleicht sogar unnütz sein könnten.
 
Aber Gott geht es nicht zuerst um unsere Fähigkeiten, sondern um unsere Verfügbarkeit.
 
Gott hat nie gesagt, wir müssten alles aus eigener Kraft schaffen. Er möchte in uns und durch uns handeln. Das ist der entscheidende Unterschied.
 
Unsere äußeren Umstände, unsere Schwächen und auch unser Alter sind für Gott keine Hindernisse. Mit seiner Liebe, Gnade und Vergebung möchte er durch die Kraft seines Heiligen Geistes in uns wirken. Wenn wir es zulassen, wird er es tun.

Der Flummi

Corrie ten Boom wusste nicht nur um Gottes Vergebung. Sie wusste auch, dass es Kräfte gibt, die uns entmutigen, niederdrücken und von Gottes Wegen abbringen wollen.
 
In ihren Ansprachen verwendete sie deshalb gern einfache, aber überraschende Bilder. Manchmal stand sie auf einer Kanzel und ließ plötzlich einen Flummi durch den Mittelgang springen.
 
Während der Ball aufsprang, erklärte sie:
Der Böse mag versuchen, uns herunterzuziehen und niederzuwerfen. Aber wenn Jesus in uns wohnt, dann ist derjenige, der in uns wohnt, stärker als der, der in der Welt ist.
 
Durch die Kraft dessen, der in uns lebt, können wir wieder aufstehen.
 
Je heftiger ein Flummi nach unten geworfen wird, desto höher springt er wieder nach oben. Deshalb warf Corrie den Ball mit Kraft auf den Boden und fing ihn wieder auf.
 
Ist das nicht auch für uns ein treffendes Bild?
Wenn wir die Nachrichten sehen oder unsere eigenen Lebensumstände betrachten, können wir leicht mutlos werden. Vieles geht schief. Manchmal sieht es aus, als würden das Böse und das Schlechte tatsächlich siegen.
 
Doch Gottes Wort spricht uns zu:
Lass dich nicht entmutigen. Glaube nicht der Lüge, dass das Böse triumphiert. Jesus ist Sieger. Der, der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist.
(vgl. 1. Johannes 4,4)

Das Beweisstück

Es gäbe noch vieles aus dem Leben und Wirken Corrie ten Booms zu erzählen. Selbst eine ganze Predigtreihe würde dafür kaum ausreichen. Deshalb möchte ich dazu ermutigen, ihre Bücher und Andachten selbst zu lesen.
 
Eine letzte Geschichte möchte ich noch weitergeben. Sie zeigt, wie Gott mitten in Not und Bedrängnis wirken kann. Zugleich macht sie anschaulich, wie Gott mit unserer Schuld umgeht.
 
Man könnte sie überschreiben mit:
Das Beweisstück
Wo sind meine Sünden geblieben?
 
Corrie befand sich seit Monaten in Einzelhaft im Gefängnis von Scheveningen. In den ersten Wochen war sie zu krank gewesen, um ihre Pritsche verlassen zu können.
 
Später wurde sie mehrfach verhört. Einer der nationalsozialistischen Offiziere wollte auch etwas über ihren Glauben an Jesus Christus erfahren.
 
Bei einem weiteren Verhör lag ein großer Stapel Papiere auf seinem Schreibtisch. Der Offizier zeigte darauf und fragte Corrie, ob sie diese Unterlagen kenne.
 
Corrie erkannte sie sofort. Beim Überfall auf das Haus der Familie ten Boom war es nicht mehr gelungen, die Papiere zu verstecken. Sie enthielten wichtige Namen und Adressen. Das Leben vieler Menschen konnte davon abhängen, ob die Nationalsozialisten deren Inhalt auswerteten.
 
Innerlich zitterte Corrie. Nach außen versuchte sie ruhig zu bleiben und antwortete:
„Nein, diese Papiere kenne ich nicht.“
 
Dann geschah etwas völlig Unerwartetes.
 
Der Offizier nahm den Stapel, ging damit zu einem brennenden Ofen, öffnete dessen Tür und warf die Papiere hinein. Während sie in Flammen aufgingen, sagte er sinngemäß:
„Ich kenne sie auch nicht.“
 
In diesem Augenblick kam Corrie ein Wort aus dem Kolosserbrief in den Sinn:
Gott hat den Schuldbrief, der gegen uns stand, getilgt. Er hat ihn aufgehoben und ans Kreuz geheftet.
(vgl. Kolosser 2,14)
 
Eine tiefe Freude erfüllte sie.
 
Zugleich dachte sie daran, dass auch sie eines Tages vor Gott stehen würde. Vielleicht würde sie dann versuchen, sich für alle ihre Sünden zu entschuldigen. Doch Gott könnte zu ihr sagen:
„Wovon redest du? Das Beweisstück hängt am Kreuz.“
 
Das ist auch unser Trost und Gottes Zusage für jeden, der ihm seine Schuld bekennt, sich selbst loslässt und Jesus in sein Leben aufnimmt.
 
Gott sieht uns in Christus. Er hat beschlossen, unsere vergebene Schuld nicht immer wieder hervorzuholen.
Wenn du diese Vergebung für dich angenommen hast, kannst du lernen, auch anderen zu vergeben. Und du kannst lernen, dir selbst zu vergeben. Du darfst wissen, dass dein himmlischer Vater dich liebt.
 
Jesus ist der Garant dafür.
 
Paulus bringt es auf den Punkt:
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
(vgl. Römer 8,1)
 
Und vergessen Sie eines bitte nicht:
Fischen verboten!
 
Amen.